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This book analyzes the changing portrayal of GDR literature in German Gymnasium textbooks 1985-2015. Addressing the need for textbook research to broaden its focus from GDR history to GDR literature, the author presents case studies of well-known GDR authors (Bertolt Brecht, Johannes R. Becher, Anna Seghers, Wolf Biermann, and Christa Wolf), each examining a particular aspect of the societal discourse about GDR literature and the tension between (literary) text and (historical) context. Taken together, the case studies reveal the frequently underestimated power of ideology in literature textbooks. They also show how attempts to package these authors into simplified categories ultimately reveal the profound complexities of the GDR literary legacy. By examining the clear tension between literature and politics in textbooks and curricula, the author demonstrates how ideological messages are transmitted in all textbooks, as well as the importance of attending to overt and covert ideology.
In »Lichtspiel« verhandelt Daniel Kehlmann auf überzeugende Weise nicht nur grundsätzliche Fragen zur Rolle von Kunst in totalitären Systemen; Navid Kermani begibt sich in »Das Alphabet bis S« ohne Scheu auf die zutiefst menschliche Ebene einer trauernden Frau; und Adéle Rosenfeld debütiert in »Quallen haben keine Ohren« mit seltener Sprachschönheit aus der Stille, die manchmal beredter ist als ihr Gegenteil. Dazu: Wo beginnt der Schambereich und wo endet er? Wir präsentieren fünf Neuerscheinungen, die uns unsere Scham vor Augen führen – ob wir nun erröten oder auch nicht. Im Themenspezial »Wie viel dürfen wir hoffen?« denken wir auf sechs Seiten über die Zukunft nach: ...
Frauen hassen nicht. Sie sind die "Besonnenen", die "Diplomatischen", während Männer die Domäne der Hetzrede für sich vereinnahmt haben. Nicht selten mit Frauen als Ziel. Frauen, die sich nicht in ihre Rolle einfügen, die laut, selbstbewusst und unbequem sind. Höchste Zeit, dem Machismus Paroli zu bieten! Lydia Haider hat 15 Autorinnen versammelt – Sibylle Berg, Stefanie Sargnagel, Raphaela Edelbauer u.v.m. –, die mit furiosen Hass- und Wutreden aufwarten: gegen das Patriarchat, gegen die politische Lage, einfach gegen alles! Dabei demontieren sie die Demagogen und Hetzredner unserer Zeit und entlarven die Dynamik des Hasses. Lydia Haider ist es gelungen, einen Band mit Texten zusa...
Kat Menschiks "Bibliothek der Lieblingsbücher" zählt zu den schönsten Reihen des Buchmarkts: Wir haben die Illustratorin in ihrem Garten im Oderbruch bei Berlin besucht und mit ihr ausführlich über all die künstlerischen und herstellerischen Details gesprochen, die ihre Reihe so einzigartig und zum Überraschungserfolg gemacht machen; Susan Taubes' kaleidoskopartiger Roman "Nach Amerika und zurück im Sarg" wird als radikales Werk, das es im Jahr 1969 war, endlich neu entdeckt; und Jonathan Franzen geht mit "Crossroads" mit geradezu mikroskopisch erschöpfender Genauigkeit dem Guten im Menschen auf den Grund, nur um Abgründiges zutage zu fördern. "Who cares"? Die geniale Doppeldeutigkeit des englischen Begriffes bringt den Stand der Geschlechtergerechtigkeit auf den Punkt. Wir haben uns Sachbücher über Ursprung und Sinn der Rollenaufteilung zwischen den Geschlechtern genauer angesehen. Außerdem: Geschenktipps satt aus unserer Reihe "Schön & gut"!
Die vorliegende Untersuchung wurde durch die Entdeckung eines außergewöhnlichen Corpus von Handschriften aus dem 18. und 19. Jahrhundert inspiriert. Gefunden wurde es auf einem alten Bauernhof im Nordschwarzwald. Dort hatte man das Konvolut - bestehend aus Rezepturen, Segen, Beschwörungsformeln, Amuletten sowie magisch-sympathetischen Anweisungen - einst sorgsam versteckt. Wie man weiß, stammt es aus dem Besitz der Familie Morlok, von der sich einzelne Vertreter bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts als Heiler bzw. Laienbehandler betätigten. Ihr vor Ort nicht in Vergessenheit geratenes Wirken wurde nach dem Schriftenfund medial rasch aufgegriffen und erregte bald überregionale Aufmerks...
Karmen passiert das Unverzeihliche: Sie verursacht einen Verkehrsunfall mit tragischem Ausgang. Es sind nur ein paar Sekunden, die Karmens Leben in seinen Grundfesten erschüttern. Denn im darauffolgenden Prozess muss sie sich einer Schuld stellen, die sie nicht erst seit dem Unfall mit sich herumträgt. Von der Presse Kindsmörderin getauft und von der Empörungsgesellschaft (vor-)verurteilt, wird sie auch von ihrem sozialen Netz fallen gelassen. An den Rand ihrer Existenz getrieben, begegnet sie ihrem ersten Fehltritt wieder und das Lot verschiebt sich. Am Ende muss Karmen selbst entscheiden, ob sie schuldig ist oder nicht. In direkter wie einfühlsamer Sprache zeichnet Anika Suck das Innenleben einer Protagonistin nach, die den Albtraum durchlebt und dabei doch stets ironisch distanziert scheint. Ein eindringliches Debüt über den unbarmherzigen Zufall, die mediale Inszenierung eines Schicksals und das Weitermachen.
Ein abgeschiedenes Dorf. Leere Bauernhöfe. Eine aufgelassene Schule. Die Erwachsenen haben nach und nach das Dorf verlassen. Zurückgeblieben sind die Kinder. Sie empfangen Pakete und Geld. Sie kochen, putzen und pflegen die Großeltern und kleinen Geschwister. Scheinbar soll Krieg herrschen rundherum. Als auch der einzige Lehrer das Dorf verlässt, beginnen die Kinder, ihre eigenen Gesetze und Regeln aufzustellen. Was harmlos beginnt, wird rasch zu einem System aus Gewalt und Macht, dem sich alle zu unterwerfen haben. Nur Mila will sich nicht beugen und wird zur Außenseiterin, die bis zum Ende für das Gute kämpft. Lucia Leidenfrost entwirft in ihrem ersten Roman eine unheimliche und vielstimmige Parabel. Das Dorf könnte überall stehen, zu jeder Zeit. Gerade das verleiht dem Roman eine durchdringende Aktualität. Doch so düster die Aussichten auch sein mögen, die Hoffnung leuchtet kraftvoll wie ein Stern in der Dunkelheit. "Wir umarmen uns zum Abschied, stecken nach der Umarmung unsere Hände in die Hosentaschen. Wir spüren noch den Druck ihrer Körper auf unserer Brust. Jetzt steigen sie ins Auto, jetzt startet der Motor, jetzt fahren sie los."
Zu jung für diese Beziehung. Stark genug für den Ausbruch. Das ist Milena. Am Anfang war es Magnetismus. Gleichzeitig der Blick in den Abgrund. Milena und Nick werden Jahre nicht voneinander loskommen und eine unmögliche Liebe leben. Selina Seemanns schonungsloses Debüt umkreist die Geschichte einer schmerzhaften Abhängigkeit und das Wachsen ihrer bewundernswerten Protagonistin daran. Der Roman geht mitten in das schmerzhafte Thema Grooming – mit einer denkwürdigen Protagonistin, die sich ihre Deutungshoheit nicht nehmen lässt. "Ein Buch für alle, die Houellebecq lieben, aber Houellebecq hassen." Elias Hirschl
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